Bienenweide anlegen – der Tisch für Insekten wird gedeckt
Bienenweide anlegen – der Tisch für Insekten wird gedeckt

Bienenweide anlegen – der Tisch für Insekten wird gedeckt

Nachdem mein Insekten- und Bienenhotel Fortschritte macht und ich das Ganze jüngst um die Hummelburg ergänzt habe, soll natürlich auch ein Nahrungsangebot für Bienen und Insekten entstehen, ob wohl in meinem Garten ja auch schon einiges von ganz alleine wild durch die Gegend blüht. Rund um das Bietenhotel habe ich deshalb schon einige Sukkulenten und Kräuter wie Thymian und ähnliches gepflanzt, sowie etwas Kapuzinerkresse gesäht. Aber ich will auch direkt nahe dem Bienenhotel eine kleine „Bienenweide“ anlegen.

Eine Bienenweide ist eine Fläche mit bienenfreundlichen Blühpflanzen, die den Tieren genug Pollen und Nahrung bieten. In der Regel sind das einmal entsprechend mehrjährigen Stauden, aber auch Blumenwiesen. Ich habe also direkt an das Areal des Bienenhotels eine Fläche „angeflanscht“ und diese zunächst mit Totholz – alten Ästen, kleinen Baumstümpfen und ähnlichem – eingefasst. Dieses Beet habe ich dann mit Gartenerde aufgefüllt und glatt gezogen.

Erde für Bienenweide „abmagern“

Die Fläche habe ich mit Sand „abgemagert“. (Foto: Andreas Lerg)
Die Fläche habe ich mit Sand „abgemagert“. (Foto: Andreas Lerg)

Als nächstes habe ich dann Sand auf die Fläche aufgebracht und untergearbeitet. Das ist nötig, um den Boden der Bienenweide „abzumagern“, also ihn nährstoffärmer zu machen. Warum? Nun Blühwiesen-Pflanzen und die geplanten Stauden sind sogenannte Schwachzehrer. Sie brauche und wollen wenig Nährstoffe haben. Ist der Boden also zu „fett“ und reich an Nährstoffen, wachsen diese Pflanzen schlechter oder blühen nicht üppig. Schwachzehrer haben es auch gerne eher trocken, dürfen also nicht übermäßig gegossen werden. Das macht das ganze auch pflegeleichter und es bedeutet weniger Arbeit und Aufwand. Auch die Sukkulenten „im“ Bienenhotel habe ich aus den gleichen Gründen im wesentlichen direkt in den Sand gepflanzt, mit dem ich das Sandbeet für bodennistende Bienen angelegt habe.

Ich habe auf der Fläche also 25 Kilo (einen Sack) Spielsand verteilt und mit Grubber und Rechen eingearbeitet. Ob das reicht, um die Fläche ausreichend abzumagern, weiß ich nicht. Das wird sich zeigen. Zur Not streue ich nochmal Sand nach. Was in Sachen „abmagern“ dann noch gilt ist, dass man die Fläche eben nicht düngt. Sonst würde man die magere Fläche ja wieder „anfetten“.

Lavendel, Ringelblume und Blumen-Mix

Nachdem die Fläche vorbereitet war, habe ich zunächst mehrere echte Lavendel (Lavandula angustifolia) eingepflanzt. Lavendel ist nicht nur bei Bienen sehr beliebt. Die Pflanze ist auch sehr hübsch und hat einen wundervollen Duft. Und wenn man die fast verblühten Blüten abschneidet, kann die Pflanze ein zweites Mal im Jahr blühen. Und man kann aus diesen Blüten auch Dinge wie beispielsweise Lavendelsäckchen machen. Die sorgen im Haus für entsprechenden Duft und halten im Kleiderschrank auch Motten fern. Zudem sind Lavendelblüten auch essbar. So kann man die Blüten mit Salz mischen und so aromatisiertes Lavendel-Salz machen. Ich hatte eine schon größere Pflanze gekauft und sechs noch recht kleine. Die habe ich „einrahmend“ gesetzt. Auch an anderen Stellen im Garte und in einen Kübel auf der Haustürtreppe habe ich schon Lavendel gesetzt. Neben echtem Lavendel auch Schopflavendel, der nicht winterhart und damit einjährig ist, wenn man ihn nicht zum Überwintern ins Haus holt.

Der „einrahmend“ gesetzte Lavendel und zwei Ringelblumen. (Foto: Andreas Lerg)
Der „einrahmend“ gesetzte Lavendel und zwei Ringelblumen. (Foto: Andreas Lerg)

Dann habe ich noch zwei Ringelblumen gepflanzt. Leider nur zwei, denn von den Pflanzen, die ich Anfang April im Haus gesäht und vorgezogen habe, haben sich bisher nur zwei kräftig genug entwickelt, um ausgepflanzt zu werden. Die anderen müssen derzeit noch im Schutz meines kleinen Mini-Gewächshauses, das ich geschenkt bekommen habe, „nachsitzen“.

Bienenfreundlicher Blumenmix. (Foto: Andreas Lerg)
Bienenfreundlicher Blumenmix. (Foto: Andreas Lerg)

Dann habe ich auf der restlichen Fläche Biosaatgut einer bienenfreundlichen Blumenmischung ausgesäht. Darin sind unter anderem Kräuter wie Koriander oder Dill, aber auch Kornblumen, Sonnenblumen, Färberdisteln und noch einiges mehr enthalten. Das ganze soll eben eine wilde und bunte Mischung ergeben. Das winzige bisschen Saatgut – es würde alles auf eine Handfläche passen – in dieser kleinen Tüte auf dem Bild soll laut Angaben auf der Rückseite für 30!!! Quadratmeter reichen. Die Fläche, die ich da angelegt habe, hat vielleicht zwei Quadratmeter. Ich habe grob die Hälfte des Saatgutes verteilt und ganz vorsichtig mit dem Rechen angedrückt und eingearbeitet. Vielleicht hab ich also viel zu viel gesäht. Wir werden es sehen. Zum Schluss habe ich die eingepflanzten Pflanzen und das Saatgut noch angegossen. Fertig.

Vogelschutz statt Saatgut-Büfett

Da sitze ich dann nachmittags in meinem Büro und schaue in den Garten und sehe, dass auf der am Vormittag frisch angelegten Fläche einige Vögel am scharren und picken sind. Die haben sich wohl über das von mir frisch zubereitete Saatgut-Büfet gefreut und hergemacht. So war das aber nicht gedacht, zumal ich für die Vögel im Garten extra eine separate Futterstelle nebst Vogeltränke im Angebot habe, die ebenfalls genutzt wird.

Mal sehen, ob dieser Vogelschutz ausreicht, um die Vögel vom Saatgut fernzuhalten. (Foto: Andreas Lerg)
Mal sehen, ob dieser Vogelschutz ausreicht, um die Vögel vom Saatgut fernzuhalten. (Foto: Andreas Lerg)

Also musste ein „Vogelschutz“ her, damit das Saatgut eben keinem aufwachsen kann. Ich will die Vögel aber nicht aus meinem Garten vertreiben, sondern eben nur vom Saatgut abhalten. Also habe ich mir eine entsprechend sanfte Vorgehensweise überlegt. An kleinen Holzstäben habe ich Bastfäden angeknotet. Diese habe ich dann kreuz und quer auf der Fläche verteilt in den Boden gesteckt. Ich hoffe, dass diese dann einerseits als „Landehindernis“ dienen und andererseits die Vögel durch Bewegung im Wind abhalten. Mal sehen. Ich werde das Ganze die kommenden Tage beobachten.

Und wenn die Blumensamen dann aufgehen und wachsen, liefere ich ein entsprechendes Bild der Bienenweide nach. Auf dem folgenden Bild siehst Du noch das „gesamte Ensemble“ aus Bienen- und Insektenhotel im Hintergrund und der neu angelegten Bienenweide im Vordergrund.

So sieht die Bienenweide aktuell direkt nach dem Anlegen aus. (Foto: Andreas Lerg)
So sieht die Bienenweide aktuell direkt nach dem Anlegen aus. (Foto: Andreas Lerg)

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